Der Einfluss von Kälte auf Arthrose bei Hunden

Arthrose ist eine bei Hunden häufig auftretende degenerative Erkrankung der Gelenke. Ausgelöst durch die Abnutzung des Knorpels, welcher als Puffer innerhalb des Gelenks wirkt, entstehen Entzündungen und Schmerzen in den betroffenen Bereichen und der Bewegungsradius des Gelenks ist eingeschränkt.

Die Symptome verschlechtern sich häufig bei niedrigen Temperaturen und einem feucht-kalten Klima. Im Herbst und Winter leiden viele Hunde unter Gelenkschmerzen, weshalb empfohlen wird, in diesen Jahreszeiten weitere Maßnahmen zur Schmerzreduktion zu ergreifen, um den Hund zu unterstützen.

Man unterscheidet zwischen zwei Arten von Arthrose: primäre und sekundäre Arthrose. Erstere entsteht durch altersbedingte Degeneration (Verschleiß) und betrifft meist mehrere Gelenke gleichzeitig. Sie entsteht durch natürliche Abnutzung der Gelenke im Laufe der Zeit. Hiervon sind meist Knie-, Karpal-, Sprunggelenk und die Wirbelsäule betroffen. Die sekundäre Arthrose entsteht hingegen durch Verletzungen oder Fehlstellungen des Gelenks und führen somit zu unnatürlichem, stärkerem Knorpelverschleiß innerhalb eines einzelnen Gelenks. Ihr kann ein Trauma, eine schlechte Anordnung innerhalb des Gelenks, eine genetische Disposition oder eine einseitige Belastung durch Schonhaltungen (Humpeln) vorrausgegangen sein.

Sowohl bei primärer als auch sekundärer Arthrose empfehlen wir folgende Maßnahmen:

1. Kontrolle des Gewichts und der Ernährung: Übergewicht führt zu einer erhöhten Belastung der Gelenke, deshalb sollte immer darauf geachtet werden, den Hund bei seinem Idealgewicht zu halten.

  • natürliche & nichtsteroidale Entzündungshemmer: Es ist immer möglich zu versuchen, die Entzündungen direkt mit natürlichen Mitteln zu behandeln, die keine ungewünschten Nebenwirkungen haben. Falls für eine medikamentöse Behandlung entschieden wird, sollte zu einem COX-2 Inhibitor gegriffen werden. Dieses nichtsteroidale Antirheumatikum der neuen Generation birgt deutlich weniger Nebenwirkungen als andere Medikamente. Trotzdem sollte die Verwendung von so kurzer Dauer wie möglich sein, da sie einen tiefen Eingriff in das metabolische Gleichgewicht des Hundes darstellt. 

  • Chondroprotektoren: Glucosaminkomplexe und Chondroitinsulfate können einen positiven Einfluss auf Gelenksentzündungen haben und der Ausbildung von Arthrose vorbeugen.

  • regelmäßige körperliche Betätigung: Es ist sehr wichtig, dass der Hund nicht noch weitere stützende Muskelmasse einbüsst. Meist verlieren betroffene Hunde durch Schonhaltungen und verringerte Bewegung wichtige Muskulatur um die betroffenen Gelenke herum, wodurch sich der Verlauf verschlimmert. Deshalb ist es wichtig, den Hund in Absprache mit dem Tierarzt zu angemessener Bewegung zu animieren und gezielte Übungen aus der Hundephysiotherapie einzusetzen.

2. Orthopädische Bandagen und Orthesen: Spezielle Hundebandagen sind besonders bei Arthrose zu empfehlen. Sie besitzen zwei Funktionen: Einerseits haben sie eine stützende und schützende Funktion und wirken der Verschlechterung der Symptome entgegen, indem sie das Gelenk entlasten. Andererseits unterstützen sie aktiv den Heilungsprozess, indem sie die Beweglichkeit verbessern und die Durchblutung der betroffenen Gelenke steigern. Deshalb eignen sie sich ideal für Ellenbogen, Hüfte, Knie, Karpal- und Sprunggelenk.

Im Laufe der Zeit werden Symptome wie Schonhaltungen und Humpeln immer sichtbarer und die Bewegungsfähigkeit des Hundes nimmt immer weiter ab. Ab diesem Zeitpunkt ist der Verlauf meist schon sehr weit fortgeschritten, sodass wenig Spielraum zur Linderung bleibt. Deshalb wird empfohlen, bei den ersten Anzeichen frühzeitige Maßnahmen zu greifen.

Weiterhin kann auch versucht werden, die betroffenen Stellen vor direkter Kälteeinwirkung zu schützen:

  • Wärmebetten und Kissen können die Schmerzen während des Schlafens reduzieren und den Gelenken somit mehr effektive Erholzeit geben.

  • Vermeiden Sie so weit wie möglich den Kontakt der schmerzenden Stellen mit Kälte und plötzliche Temperaturschwankungen: Therapeutische Decken und spezielle Wärmemäntel können hierbei eine große Hilfe darstellen.

Technisches Team Ortocanis

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